Adolphe Braun – ein Photografie-Unternehmen - 24notes
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Adolphe Braun – ein Photografie-Unternehmen

Eine Ausstellung des Fotomuseums im Münchener Stadtmuseum

Adolphe Braun – ein Photografie-Unternehmen

Adolphe Braun – Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19.Jahrhundert.

Über die Fotoausstellung von Martin Parr habe ich vor kurzem bereits berichtet. Für alle Foto-Interessierten möchte ich eine zweite ganz heiße Adresse in München vorstellen: Das Fotomuseum im Münchener Stadtmuseum am St-Jakobs-Platz 1, nun mit der Ausstellung über Adolphe Braun.

Hier gibt es temporäre Ausstellungen zu Fotografie aller Art und allen Genres. Von ganz alten Bildern aus dem 19.Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen, experimentellen Fotos findet dort alles, was sich unter „Fotografie“ subsumieren lässt, ein Ausstellungsforum.

Alles analog, aber nicht allein

Als einer, der selbst ausschließlich digital arbeitet, bin ich nun letztens in eine Fotoausstellung gegangen, in der es ausnahmslos um analoge Fotografie geht. Bei der jetzt am 6. Oktober 2017 eröffneten Ausstellung geht es um einen regelrechten Pionier der Disziplin Fotografie, nämlich dem Elsässer Adolphe Braun, einem ehemaligen Textilfabrikanten. Hinter dem Namen Adolphe Braun steht nicht ein einzelner Fotograf, sondern vielmehr ein Fotografie-Unternehmen. Oftmals stand er nicht selbst hinter der Kamera, sondern Familienmitglieder und zahlreiche weitere, anonyme Fotografen, die hier ganze Arbeit leisteten.

Vom Handwerk zur Kunst

Vor der Kunstfotografie ging es Adolph Braun erst einmal um richtiges Handwerk, genauer um Blumenbilder, die den Textil- und Tapetenfabrikanten der damaligen Zeit als Inspiration dienten. Auch bildenden Künstlern dienten diese und viele spätere Fotos als Vorlage – in der Ausstellung sind davon u.a. je ein Gemälde von Anselm Feuerbach und Gustave Courbet zu sehen.

Der erste Versuch von künstlerischen Arbeiten – Fotografien von Jagdstillleben – floppte seinerzeit, auch wenn diese sich heute in den berühmtesten Kunstmuseen befinden. Später kamen Landschaftsaufnahmen von der Schweiz dazu. Da die Schweiz und Italien zur damaligen Zeit bereits eine gewisse touristische Bedeutung hatten, wurden diese Fotografien ein Erfolg. Als Einzelobjekte sowie als hochwertige Fotobände.

Dokumentation und Industriefotografie

Auch während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 war das Unternehmen mit dabei, und fertigte Bilder von den Zerstörungen in Paris. Industriefotografie wurde eine weitere Disziplin von Adolphe Braun, als man den Bau des Gotthardtunnels in der Schweiz fotografisch festhielt. Und später ging es noch weiter in die Welt hinaus, nach Ägypten zur Eröffnung des Suezkanals.

Diese und noch eine Reihe weiterer Projekte des erfolgreichen Unternehmens Adolphe Braun zeigt die Ausstellung im Fotomuseum des Stadtmuseum München. Sie läuft noch bis zum 21. Januar 2018. Dabei werden die Einzelserien gut beschrieben. Auch über die damals angewandten Fototechniken erfährt man in der Ausstellung etwas.

!Hingehen

Analoge Fotografie ist mir persönlich weitgehend fremd. Trotzdem hat sich die Ausstellung für mich gelohnt. Ich war überrascht, wie weit die Fotopioniere zu dieser Zeit schon gehen konnten. Eine uralte stereoskopische Aufnahme des hiesigen Siegestores mag dafür als Beispiel gelten. Auch wenn ich als Fotokünstler in völlig anderen Fotowelten herum streife.

Trotzdem erlaube ich mir ein Urteil: ich kenne persönlich einige Analoganhänger und daher behaupte ich: für jeden Liebhaber alter und analoger Fotografie ist ein Besuch dieser Ausstellung heilige Pflicht. Zeit dafür hast du noch etwa 6 Wochen.

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Geri ist leidenschaftlicher Fotograf mit einem intensiven Blick für verborgene Details. Er arbeitet ausschließlich digital und zeigt seine Arbeiten u.a. auch bei 24notes.

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