Der Zahn der Zeit - 24notes
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Der Zahn der Zeit

Eine Fotoserie

Der Zahn der Zeit



Alles hat seinen Anfang und sein Ende. Alles ist im Wandel. Betrachtet man ein Objekt oder einen Gegenstand, so kann man sowohl mit Worten als auch mit Bildern nur einen kurzen Augenblick seiner Existenz festhalten. Bilder sind an dieser Stelle besonders kurzlebig. Schon Stunden oder gar schon Minuten später kann der fotografierte Gegenstand  wieder anders aussehen. Denn wir wissen: alles wandelt sich, und der Zahn der Zeit richtet auf lange Sicht gesehen alles zugrunde.

…also geht Gevatter Tod nicht nur an der Seite von uns menschlichen Wesen, sondern auch von allen leblosen Dingen, und…

…gleich nach dem Entstehen beginnt der Zerfall

Sog. „lost places“ sind bei Fotografen ein beliebtes Thema. Je verfallener, je rostiger oder morscher eine Örtlichkeit ist, desto mehr Charme versprüht sie. Der Prozess des Verfalls bringt mitunter selbst eine Ästhetik mit sich. Auch Rostflecken können schön sein. Bei der Fotoserie hier habe ich diesen Aspekt aber bewusst vernachlässigt bzw. in den Hintergrund gestellt. Mein Anliegen hier ist ein anderes. Was wir auf den Bildern sehen ändert sich ständig, schon lange vor dem eigentlichen Verfall…

Gegenstände erzählen Geschichten…

…oder lassen solche erahnen, oder geben zumindest Anlass zu Spekulationen. Nehmen wir einmal eine Auffälligkeit: an dem Gebäude, das auf den Bildern zu sehen ist bröckelt der Putz. Da kann man sich fragen: Seit wann? Oder warum? Hat der Eigentümer etwa nicht das nötige Geld für eine Ausbesserung? Oder findet er ganz einfach, dass es sich nicht lohnt, das Gebäude neu zu verputzen? Über all dies lässt sich nur spekulieren. Man weiß ja nicht einmal, welchem Zweck das Gebäude dient.

Auf einem der Bilder sehen wir einen Bauwagen. Wird hier tatsächlich gerade im Augenblick etwas getan? Und wenn ja, was? Ich weiß es nicht. Nur von zwei Dingen kann man hier ausgehen: es sieht so aus, als ob das Gebäude auf irgendeine Art „in Betrieb“ ist. Die Spiegelungen in den Fenstern zeigen, dass die Bilder während der kalten Jahreszeit entstanden sein müssen. Und noch etwas: die Bilder wurden bei Schönwetter gemacht, die Schatten auf einigen der Bilder bestätigen es. Und hier sehen wir am besten das um was es mir hier geht: nichts bleibt wie es einmal war. Die Sonne kann von einer Wolke verdeckt werden, dann sehen wir keinen Schatten mehr auf irgendeinem der Bilder.

 

 

Ausblick

Vielleicht gehe ich in ein paar Monaten oder einem Jahr nochmals an dieselbe Stelle und versuche die Motive ein weiteres Mal zu fotografieren. Und zeige sie dann auch nochmals auf 24notes.

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Geri ist leidenschaftlicher Fotograf mit einem intensiven Blick für verborgene Details. Er arbeitet ausschließlich digital und zeigt seine Arbeiten u.a. auch bei 24notes.

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