Lektüre - 24notes
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Sonderausstellung im Franz-Marc-Museum Kochel

Lektüre

Bilder vom Lesen - Vom Lesen der Bilder

Lektüre





“ Lektüre – Bilder vom Lesen – Vom Lesen der Bilder“ so lautet der Titel der derzeitigen Sonderausstellung Franz-Marc Museum in Kochel

Das Franz Marc Museum

Die Zeiten, in denen Kunst und Kultur nur in der Großstadt zuhause waren sind längst vorbei. Und die Institution von der hier die Rede sein soll, ist nur eines von vielen Beispielen hier in Bayern, und auch in Deutschland. Das Franz Marc Museum in der heutigen Form (mitsamt dem Museumsanbau) gibt es nunmehr seit 10 Jahren. Ich selbst bin über die Jahre mehrmals dort gewesen.

Der Künstler Franz Marc

Der 1880 in München geborene Maler Franz Marc war einer der wichtigsten Künstler der Gruppe „Der Blaue Reiter“. Berühmt wurde er vor allem mit seinen Gemälden von Tieren, u.a. Pferde, Füchse und Rehe, aber auch mit zahlreichen abstrakten Bildern. Er kaufte sich 1914 in Kochel ein Haus, wird aber bald darauf zum Militär eingezogen, reihte sich ein in das damalige deutsche Soldatenheer.  1916 fiel er bei einem Erkundungsritt bei Verdun. Obwohl Protestant wurde sein Leichnam 1917 nach Kochel überführt und er fand auf dem dortigen (katholischen) Gemeindefriedhof seine letzte Ruhestätte.

Was gibt es in diesem Haus zu sehen

Es gibt eine Dauerausstellung, die aber regelmäßig umgestaltet wird. Man erwarte hier trotz des Museumsnamens keine Ausstellung, die die biographische Entwicklung des Künstlers nachvollzieht. Es werden vielmehr einige bekannte Bilder von Franz Marc denen einiger seiner Zeitgenossen gegenübergestellt, u.a. anderer Mitglieder des Blauen Reiters wie Jawlensky oder Kandinsky, August Macke, mit dem Franz Marc eine Künstlerfreundschaft pflegte. Aber auch ganz anderen Zeitgenossen wie Kirchner oder Nolde oder auch Paul Klee.

Die aktuelle Sonderausstellung…

…zeigt vor allem Bilder mit der Darstellung von Lesenden, sprich „Menschen bei der Lektüre“ z.B. von Büchern, mit dem Schwerpunkt von Bildern aus dem 20. Jahrhundert. Also u.a. von Auguste Renoir, Erich Heckel, August Macke, Pablo Picasso, aber auch Paul Klee und Cy Twombly. Die Kunstwerke sind von wenigen Ausnahmen abgesehen leicht verständlich. Somit lohnt sich die Ausstellung für jeden, allem voran aber für Freunde der Kunst des 20.Jahrhunderts und – für alle Literaturbegeisterten, auch wenn Kunst für sie bisher nur am Rand eine Rolle gespielt hat. Bis 23.September 2018 ist noch Zeit dafür.

„Lektüre  – Bilder vom Lesen – Vom Lesen der Bilder“, so lautet der ganze Titel der Sonderausstellung anlässlich des 10jährigen Bestehens des „neuen“, sprich um den Neubau erweiterten Franz-Marc Museum. Bilder von Lesenden sind nichts Außergewöhnliches, und zwei Dinge fallen bei den meisten der Bilder auf: die Protagonisten sind in der Mehrzahl Frauen. Und eine Sache noch mehr: die Versunkenheit der Lesenden in ihr Buch – oder auch in ihre Zeitung. Einen Mann als Zeitungsleser malte z.B. Lovis Corinth, völlig vertieft in die Nachrichten, die Bücher beiseite gelegt. Zum Glück noch nicht ad acta gelegt – die Bücher liegen noch offen auf dem Tisch herum.

Die Kultur des Lesens und ihre Bedeutung

Die Kultur der Buchlektüre befindet sich (leider) immer mehr auf dem Rückzug. Zeitungen und Presseprodukte waren die ersten Dinge, die anstelle der Buchlektüre traten. Die Lesekultur wird zudem immer mehr durch die Reizüberflutung in unserer modernen Welt, allem voran in den Großstädten zerstört. Schon einige Künstler des letzten Jahrhunderts bringen dies zum Ausdruck. Ich dachte mir im Stillen: „wie würden ihnen wohl die Haare zu Berge stehen, wenn sie im Jenseits auf unseren Planeten herabschauen und etwas über „social media“ oder „fake news“ erfahren?

Außerdem

Neben allem bisher erwähnten zeigt die Ausstellung eine Reihe von kunstfotografischen Werken, u.a. mit eindrucksvollen Aufnahmen großer Bibliotheken. Und weiter gibt es noch einige Bilder mit Zeichen und Buchstaben, etwa von Paul Klee oder Cy Twombly. Die gesamte Ausstellung wird überdies ergänzt durch Texte von Literaten wie z.B. Kurt Tucholsky, Jean-Paul Sartre oder Vladimir Nabokov – schließlich geht es hier ja um das Lesen, und die Autoren spielen hier als Schöpfer der Literatur natürlich eine wichtige Rolle

Homepage des Museums

Wie kommt man hin

Kochel liegt ca. 60 km südlich von München am Nordsaum der bayerischen Alpen, am gleichnamigen See. Eine Tagestour ist möglich mit Ausgangspunkt München, oder auch den meisten Urlaubsgegenden in den bayerischen Alpen bzw. dem Allgäu oder dem benachbarten Tirol in Österreich. Für das Museum inkl. Sonderausstellung sollte man ca. 1 ½ bis 2 Stunden Zeit mitbringen. Kombinieren lässt sich das Ganze mit einer Schifffahrt auf dem Kochelsee (dafür gibt es Kombi-Tickets). Die Schiffsanlegestelle ist vom Museum aus leicht zu Fuß erreichbar. Bei Schönwetter kann man an den nahegelegenen Walchensee oder von dort aus mit der Seilbahn auf den Herzogstand fahren.

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Geri ist leidenschaftlicher Fotograf mit einem intensiven Blick für verborgene Details. Er arbeitet ausschließlich digital und zeigt seine Arbeiten u.a. auch bei 24notes.

1 Comment
  • Lovely Bloggestöber #19 |
    Posted at 07:05h, 06 August Antworten

    […] buchigen aber genauso lesenswerten Beiträgen um. Literarisch, aber ohne Buch sondern mit einem Museumsbesuch gehts weiter bei 24Notes. In Kochel (was gar nicht so weit weg ist von hier hihi), gibt es das Franz-Marc-Museum. Da gibt es […]

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