19 Dez. Leben auf der Straße
Alle kennen wir das Problem. Manche in unserer Gesellschaft haben kein Dach überm Kopf. Meist gar nicht mal selbst verschuldet … manchmal nur die Folge von einem: PECH! Länger krank geworden, Job verloren, Mietrückstände nicht mehr bezahlen können … oder … zum Beispiel Armut durch geerbte Schulden … die Liste ist noch lang. Mir kommen dabei oftmals die Zeilen aus einem legendären Lied ins Gedächtnis:
Let me take you by the hands …
… and lead you through the streets of London … so lautet der Refrain aus dem berühmten Song des britischen Sängers Ralph McTell, der für die Obdachlosen in aller Welt zu einer Art Hymne geworden ist. Einen sehr schönen Beitrag zu diesem Thema hat unser geschätzter Autor Jürgen Kemper für uns geschrieben. Hier ist der Link zu diesem sehr gelungenen Beitrag
London ist überall …
Sprich die Obdachlosenszene. Gerade auch bei uns im wohlhabenden München ist sie leider gar nicht so klein. Der Grund ist nachvollziehbar: Arbeit gibt es hier in München recht viel … wohingegen es an Wohnungen und Unterkünften mangelt. Zumindest bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware!
Viele Wohnungslose leben auf der Straße. Ein legendärer Hotspot ist dabei die Wittelsbacher Brücke, die sogar Postadresse ist. Glücklich darf sich mitunter schätzen, wer wenigstens in einer der Obdachlosenunterkünfte einen Schlafplatz findet. Aber wer auf der Straße übernachtet … der macht meist Bekanntschaft mit
… Bruder Alkohol …
… ist ein treuer Begleiter vieler jener Menschen, die kein festes Dach überm Kopf haben. Besonders im Winter wärmt sich manch einer von ihnen mit einem oder mehreren Flachmännern Schnaps ein wenig auf. Hochprozentiges. Die Hinterlassenschaften davon finden wir in unserer Stadt …

Die Fotoserie
Die Bilder sind inzwischen ein paar Jahre alt und stammen aus einer der sicher härtesten Zeiten für die gesamte Bevölkerung, und ganz besonders für Obdachlose: aus dem ersten Pandemiewinter 2020/21.
Ich selbst habe mir damals den Luxus gegönnt, weiter meiner Leidenschaft des Fotografierens nachzugehen. Auf der Kunstmeile gab es damals Beleuchtungskunst an zahlreichen Museen, etwa den Pinakotheken, aber auch auf dem Königsplatz. Als Normalbürger konnte man nach Einbruch der Dunkelheit dort hingehen, um ein kleines Minimum an Normalität zu genießen.
Die Flasche auf den Bildern fand ich damals am Königsplatz, und ich beschloss sie mit meiner Kamera zu traktieren. Dabei wurde mir klar, wie hart die damaligen Zeit für den- oder diejenige war, die wahrscheinlich diesen hochprozentigen Alkohol getrunken hatte.
… Spuren …
… einer ganz bestimmten Zeit. Diese Menschen hatten es ohnehin zu keiner Zeit wirklich leicht. Der Lockdown, so stelle ich es mir vor, musste für sie die reinste Hölle gewesen sein. Vielleicht kann ich mit dieser Fotoserie diesen Leuten ein winzig kleines Denkmal setzen.
Auch das von dem hier die Rede war, so finde ich, wäre ein weiterer von vielen Gründen, dass wir verhindern sollten, dass etwas vergleichbares nochmals passiert!
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Geri ist leidenschaftlicher Fotograf mit einem intensiven Blick für verborgene Details. Er arbeitet ausschließlich digital und zeigt seine Arbeiten u.a. auch bei 24notes.






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