Danke an alle Raucher - 24notes
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Danke an alle Raucher

Fotosatire

Danke an alle Raucher

Danke an alle Raucher

Liebe Raucherinnen und Raucher, ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Ihnen allen meinen Dank auszusprechen. Ohne euch alle wäre mir diese Fotoserie unmöglich gewesen. Ihr wart hier die eigentlichen Künstler, wenn wir den weiten Kunstbegriff so anwenden wie ich ihn persönlich für richtig halte. Ihr seid anonyme Künstler geblieben. Ich gehe einmal davon aus, dass ihr eure Zigarettenschachteln selbst auf den Boden geworfen habt. Vielleicht haben ja im ein oder anderen Fall spielende Kinder noch darauf herumgetreten und somit bei der genauen Ausformung der Plastiken mitgewirkt. Danke! Soviel mal fürs erste.

Raucher sind nicht gemeinschädlich

Eine weitere Sache möchte ich loswerden. Grundsätzlich schaden Raucher der Allgemeinheit nicht. Ganz im Gegenteil. Zwar gebietet die Rücksichtnahme, dass eben in Gaststätten nicht geraucht wird. Erst recht nicht natürlich in Einrichtungen wie in Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen, und auch noch in den Zugabteilen. Darüber hinaus bleiben wir aber mal auf dem Teppich! Wer an einer Bushaltestelle etwas Zigarettenrauch abbekommt, der wird davon nicht krank! Da sind die ganzen Autos die vorbeifahren wohl viel größere Luftverpester.

Im Gegenteil: Raucher sind für die Gesellschaft mitunter sogar äußerst nützlich. Da ist eben einmal ganz am Anfang die böse Tabakindustrie, die aber nicht wenige Leute in Lohn und Brot bringt. Der Tankwart, der Zigarettenhändler oder der Gastwirt dagegen sind an dieser Stelle eher die Gelackmeierten. Mehr als ein Trinkgeld bleibt ihnen beim Zigarettenverkauf nicht. Dafür verdient die Allgemeinheit – und das nicht zu knapp. Wenn niemand mehr rauchen würde, da würde bei den Finanzämtern der große Katzenjammer losgehen – so sicher wie das Amen in der Kirche.

Rauchen ist tödlich…

…prinzipiell ist das nicht falsch, aber Nichtrauchen ist am Ende genauso tödlich. Also bleiben wir auch mal hier auf dem Boden. Gesundheitsschädlich ist Rauchen allerdings allemal, und das nicht zu knapp. Schaden tut sich der Raucher aber in allererster Linie selbst. Abgesehen davon verdienen eine ganze Menge Leute an den Rauchern.

Fangen wir doch mal an…sagen wir mit den Zahnärzten. Vom Rauchen bekommt man schlechte Zähne, darum haben die Zahnärzte einige Verdienstmöglichkeiten, wenn sie mit Bohrer und Zange kommen müssen. An hartnäckigen Rauchern verdienen auch die Zahntechniker, denn diese brauchen wohl im Schnitt schneller mal Zahnersatz als Nichtraucher. Last but not least gibt es da diese Raucherzahncremes, die auch dank den Rauchern gesteigerten Absatz finden. Also danke liebe Raucher!

Jetzt geht es dann ans Eingemachte. Da brauche ich gar nicht abzustreiten, dass Rauchen Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, chronische Bronchitis und noch einiges mehr verursacht. Für die ganze Maschinerie der Medizin ist dies ein Segen, finanziell gesehen versteht sich. Es wäre interessant zu wissen, wie viele weitere Krankenhäuser dicht machen müssten, wenn denn die ganzen Raucherkrankheiten als Einnahmequelle ausblieben. Ganz zu schweigen von den Verlusten der Pharmaindustrie, und der Medizintechnik Branche. Tja, da gäbe es wohl einige Arbeitslose mehr zu beklagen als ohnehin schon. Allenfalls die Behandlungskosten der Krankenkassen lasten an dieser Stelle auf der Allgemeinheit. Hätten die Krankenkassen mehr Geld, dann wären immerhin vielleicht die Krankenversicherungsbeiträge niedriger. Oder alternativ würden sich diese Körperschaften des öffentlichen Rechts auch schickere „Firmenbauten“ leisten….

Aber eine Sache ist da wirklich…

DAS GROSSE ABER

Ich pflege einen weiten Kunstbegriff. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich alles was ich gemeinhin unter Kunst verstehe erfreulich finde. Da gibt es zum einen notwendige Kunst, mit der auf bestimmte Dinge aufmerksam gemacht wird, die eben in der Gesellschaft nicht optimal laufen.

Zum anderen gibt es aber auch Kunst, die auf den ersten Blick vielleicht sogar ganz gut oder zumindest nett und witzig erscheint – dies aber im Grunde genommen nicht ist. Stichwort Müll: ich schätze zwar Künstler, die aktiv versuchen aus Müllmaterial Kunst zu machen. Hier kann tatsächlich verdammt gute Kunst entstehen und die Umwelt wird ein kleines Stück weniger belastet. Wenn auch nur minimal.

Allerdings gibt es auch diese spontane Kunst, die viele von uns unbewusst produzieren, aber damit niemanden einen Gefallen tun – außer vielleicht gerade noch meiner Wenigkeit, der diese Kunstwerke dann zu Fotokunst weiterverarbeitet. Die Arbeit an diesem Projekt, da mache ich gar keinen Hehl hat mir sehr viel Freude bereitet. Das wars dann aber für mich und in Zukunft pfeife ich auf die leeren Zigarettenschachteln auf der Straße.

Zigarettenschachteln als Kunst

Diese Zigarettenschachteln – wenn man ständig auf der Suche nach interessanten Fotomotiven ist wie unsereins – dann kommt man um sie nicht herum. Ich finde man sieht sie mindestens ebenso häufig wie die viel geschmähten Kaffeebecher, ich habe den Eindruck häufiger. Dann kommen bei wohl fast allen Rauchern die weggeworfenen Kippen noch dazu – sieht man von der Minderheit ab, die diese so wie es sich gehört in einem Aschenbecher ausdrücken. An dieser Stelle muss ich wirklich sagen, dass Raucher gemeinschädlich sind, nämlich was die Umwelt angeht. Wie es bei den Rauchern mit der CO2 Bilanz aussieht, damit habe ich mich schon gar nicht mehr eigens befasst.

Seltsamerweise redet aber in diesem Zusammenhang niemand großartig von der Schädlichkeit des Rauchens. Mein Appell an alle Raucher: wenn ihr’s nicht lassen könnt, dann schmeißt wenigstens Eure Schachteln in den Mülleimer. Ich habe mein Fotokunstprojekt an dieser Stelle beendet, ich brauchte keinen Nachschub mehr. Einen Teil zeige ich hier. Ich würde mir wünschen, dass ich bei dieser Fotoserie nicht nur ein Kunstwerk geschaffen habe, sondern dass es in einiger Zukunft ein historisches Dokument wird. Wenn es einmal in einem bedeutenden Archiv landet wie etwa dem der Bayerischen Staatsbibliothek, dann würde ich mich darüber freuen.

Ob es aber in hundert Jahren in irgendeinem Kunstmuseum ausgestellt ist, dazu sage ich hier einmal ganz ausnahmsweise: das ist mir wurscht! Wer in fünfzig Jahren für dieses Kunstwerk ein Vermögen an Geld hinblättert, der ist selber schuld! Punkt und Amen!

A propos…zwischenzeitlich sieht man im öffentlichen Raum ganz andere gleichfalls nicht erwünschte temporäre Skulpturen: weggeschmissene Gesichtslappen (ob FFP2 oder medizinisch ist in diesem Zusammenhang wurscht)! Bislang weigere ich mich, darüber noch etwas zu produzieren…obwohl dies vielleicht erfrischend unterhaltsam wäre…hm?

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