Jean Michel Jarre - Amazonia - 24notes
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Jean Michel Jarre – Amazonia

Jean Michel Jarre – Amazonia

Einen Namen gemacht hatte sich der 72jährige französische Elektronikpionier Jean Michel Jarre bereits in den Siebziger Jahren. Nicht nur die jungen Leute hörten diese für die damalige Zeit recht revolutionär klingende filigrane Synthesizer Musik. Alben wie „Oxygène“ oder „Equinoxe“ waren von Anfang de facto weltweit einem breiten Publikum bekannt und sind mittlerweile längst zeitlose Musik geworden. „Oxygène 4“ wurde auch zu einem international erfolgreichen Single Hit. Auch die meisten der nachfolgenden Alben wie etwa „Les Champs Magnétiques“, „Rendez-vous“ oder das sehr experimentelle Album „Zoolook“ wurden zu erfolgreichen Dauerbrennern…damit ist klar, dass wir es bei diesem Künstler mit definitiv mehr als nur einem Popstar zu tun haben. Seit 45 Jahren ist Jean-Michel Jarre im Geschäft…und ein Ende ist auch (zum Glück) noch nicht in Sichtweite.

Vom Heimstudio zu den Top Locations der Großmetropolen

Jean Michel Jarre (übrigens Sohn des durch die Musik von „Doktor Schiwago“ bekannten Musikers Maurice Jarre) war zu keiner Zeit nur ein experimentierender Studiomusiker. Auch wenn sein erstes Album „Oxygène“ bei ihm zuhause in seinem Heimstudio entstand wurde es auf ein Anhieb ein Millionenseller. Auf der Pariser „Place de la Concorde“ fand 1979 sein erstes Live Konzert statt, bereits damals mit Lasershow, Special Effects und ähnlichem Drum und Dran…mit über 1 Million Zuhörer. Damals reif für einen Eintrag in Guinness Buch der Rekorde! Er war einer der ersten europäischen Künstler der in der VR China Konzerte gab…bereits 1981 in Shanghai, und 2004 in der Verbotenen Stadt in Peking. Viele der weltweit abgehaltenen Shows sind längst in die Musikgeschichte eingegangen, wie etwa sein Millennium Konzert bei den Pyramiden von Gizeh! Die Liste der Lokalitäten, an denen der Musiker seine Megashows abgezogen hat ist bereits ordentlich lang und liegen mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten  Es ist unmöglich, hier in diesem Rahmen auf die einzelnen Events einzugehen, die ausgehend von den Pariser Champs-Elysees über den Roten Platz in Moskau bis etwa nach Buenos Aires in Argentinien reichten.

…Jahreswechsel 2020/21 im Zeichen den Pandemie…

…Notre Dame in Paris hatte ja gebrannt…nicht nur zum Leidwesen von Jean Michel Jarre. Das hinderte ihn aber nicht an seinem Vorhaben und er gab zum Jahreswechsel eben ab halb zwölf bis kurz nach Mitternacht als Avatar ein Konzert in einer virtuellen Umgebung von Notre Dame. Ein Live Streaming Event…keine Aufzeichnung…und schätzungsweise 75 Millionen Zuschauer waren zuhause dabei! Es herrschte ja Ausgangssperre, darum beging man den Jahreswechsel 2020/21 auf diese Weise, mit der Lasershow im virtuellen Inneren der Kathedrale. Das Besondere: die Show lief virtuell, aber der Künstler performte live von seinem Studio, er wurde auch mehrmals während des Events direkt eingeblendet.

Übrigens: wie wäre es denn zur Wiedereröffnung von Notre-Dame nach der Restaurierung mit einem Gemeinschaftsprojekt von Jean Michel Jarre zusammen mit einem renommierten klassischen Organisten, der sich an der Orgel der Kathedrale mit Musik etwa von Vierne oder Widor einbringt? Hört sich das nicht spannend an…oder ist dies nur eine Schnapsidee des Verfassers?

Zusammenarbeit mit Sebastiao Salgado…

…als Fotokünstler hat sich unsereins natürlich längst mit dem derzeit weltweit bekanntesten Fotografen von Haus aus beschäftigt. Sicher der großartigste zeitgenössische Schwarzweiß Fotograf, der vor allem sozial engagierte Fotografie macht – und dabei Themen wie etwa das Leben einfacher Arbeiter, der weltweiten Flüchtlingsproblematik und auch der ständig fortschreitenden Zerstörung der Umwelt vertieft aufgreift.

In seinem neusten Projekt beschäftigt sich der Fotograf mit den Regenwäldern Amazoniens. Und diesmal mit musikalischer Begleitung – eben mit Jean Michel Jarre als Landsmann seiner französischen Wahlheimat. Gigantische Aufnahmen der weiten Urwaldlandschaft, auch aus der Luft. Und eine einfühlsame Annäherung an die noch in ursprünglicher Form dort lebenden Menschen.

…das Album…

Wir haben hier kein „klassisches Album“ von Jean Michel Jarre vor uns. Ganz sicher nicht vergleichbar mit „Oxygène“, „Equinoxe“ oder „Rendez-vous“! Wenn überhaupt, dann vielleicht noch ansatzweise mit den Collagen der Sprachfetzen auf dem 1984er Album „Zoolook“! Aber wesentlich extremer als damals: keine Synthesizer Melodien nur sporadisch rhythmische Elementen, vielmehr Soundcollagen, die zu einer Art Soundtrack für die Fotoausstellung verschmelzen. Die Zusammenführung von vierzig Klangquellen, die zwischen 1960 und 2019 an verschieden Orten des Amazonasgebiets aufgenommen wurden und die ihm das Klangarchiv des Museums für Völkerkunde in Genf zur Verfügung gestellt hat!

Amazonia ist ein Album, das vom Zuhörer ein intensives Hinhören abverlangt. Plus eine grobe Vorstellung von den grandiosen Fotografien Sebastiao Salgados. Dann erschließt sich dem Hörer der Film, sprich die Fotos, die hinter der Musik und den Soundcollagen stecken. Ähnlich etwa wie bei Beethovens sechster Sinfonie (Pastorale) das dahinterstehende Programm! Im Idealfall soll der Hörer eine Vorstellung von den Bildern bekommen, auch wenn er die Ausstellung von Salgado nicht besuchen kann.

…Ausstellung in Paris…

Für alle allerdings, die dieses Jahr noch trotz Pandemie nach Paris kommen: die Ausstellung findet zurzeit statt in der Philharmonie in der Cité de la Musique. Wer der französischen Sprache mächtig ist, der kann sich hier auf der Internetseite der Ausstellung informieren. Bis zum 31.Oktober ist dafür noch Zeit, danach geht die Fotoschau rund um die Welt.

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