TRIPTYCON N°2 - 24notes
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TRIPTYCON N°2

Den unbekannten Zivilisten

TRIPTYCON N°2

Defintion

Für alle, die meinen ersten Beitrag dieser Serie nicht gelesen bzw. gesehen haben, gerne noch einmal am Anfang die Erklärung des Begriffs „Triptycon“, bzw. Triptychon

Wer den Begriff Triptychon hört, der denkt zunächst an einen dreiteiligen Flügelaltar in einer Kirche. Ganz logischerweise Gemälde mit christlichen Motiven. Manchmal drei, manchmal aber auch nur ein Gemälde auf drei Tafeln verteilt. In der heutigen Zeit ist ein Triptychon nicht mehr notwendigerweise ein sakrales Gemälde. Auch bin ich bei weitem nicht der erste Schöpfer eines fotografischen Triptychon. Nur eines: ich versuche zumindest hier meinen eigenen Weg zu gehen. Und will mich bewusst von allem abgrenzen, was bisher den Namen Triptychon trug.  Daher auch für diese Kunstfotografie wieder der Name „Triptycon“.

Was ist hier dargestellt?

Eine Art Feuersturm zieht sich über alle drei Teile des Bildes. Auf dem mittleren Bild sieht man den Schatten eines Menschen. Dieser Schatten stammt von mir selbst, wobei dieser aber auch von jedem anderen x-beliebigen Menschen stammen könnte. Wer dieser Mensch ist, der hier seinen Schatten wirft, ist völlig egal. Entscheidend ist hier die Umgebung jenes Individuums, von dem man hier auf dem Bild nur den Schatten sieht. Man denkt an Feuer oder Zerstörung. Auf jeden Fall an etwas Bedrohliches. Weltenbrand? Hatten wir im Lauf der Geschichte immer wieder. Von 300 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg, bis vor hundert Jahren 1918 dauerte der Erste Weltkrieg. Es sollte nicht der letzte bleiben.

Die Einsamkeit des Menschen

Hier ist der Mensch nicht den Gewalten höherer Mächte ausgeliefert, sondern Opfer Seinesgleichen und deren Waffenarsenal. Die Rede ist hier nicht vom Soldaten der Gegenseite, sondern vom unbeteiligten Zivilisten. Dieser kann dem Feuersturm nicht entkommen, er kann lediglich versuchen, seine nackte Existenz zu retten. Solche Szenen gab es schon überall auf der Welt.

Wie gehen wir mit dieser Sache um?

Denkmäler für den unbekannten Soldaten, riesige Soldatenfriedhöfe mit namenlosen Kreuzen finden wir vielerorts. Genauso Denkmäler der Gemeinden für ihre „im Krieg gefallenen Söhne“. Ich möchte dies nicht kritisieren. Die meisten von ihnen haben im Krieg nicht freiwillig ihren Kopf hingehalten. Woran aber meiner Meinung nach kaum gedacht wird: vor allem der letzte Krieg forderte auch sehr viele zivile Opfer. In allen am Krieg beteiligten Ländern. Da wir hier in Deutschland übermorgen wieder den Volkstrauertag begehen, wollte ich diese Sache hier einmal ansprechen. Auch wenn Deutschland sicher an vielen Kriegsverbrechen Schuld trägt, so wurden z.B. bei den Bombenangriffen zumeist völlig Unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen.

Krieg und Terror treffen , wenn es soweit kommt, uns alle. Nicht nur diejenigen, die direkt an den Kampfhandlungen beteiligt sind. Und gewiss in der Mehrheit diejenigen, die keine Schuld am Geschehen tragen. Ich würde mir wünschen, dass dies in unserem kollektiven Gedächtnis bleibt.

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Geri ist leidenschaftlicher Fotograf mit einem intensiven Blick für verborgene Details. Er arbeitet ausschließlich digital und zeigt seine Arbeiten u.a. auch bei 24notes.

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