111 Orte in München auf den Spuren der Nazi-Zeit - 24notes
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Buchtipp

111 Orte in München auf den Spuren der Nazi-Zeit

111 Orte in München auf den Spuren der Nazi-Zeit

Vor längerer Zeit habe ich bereits zweimal Bücher aus dieser Reihe bei 24notes vorgestellt. Nun ist mir vor einiger Zeit ein weiterer Band dieser Reihe über München in die Hände geraten. Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch hier vorstellen soll, denn hierbei geht es nun mal um ein schwieriges Thema. Der Titel verrät es schon: „111  Orte in München auf den Spuren der Nazi-Zeit“ wiederum von Rüdiger Liedtke. Zum 9.November, jenem Tag, der leider auch in diesem Zusammenhang eine Rolle gespielt hat.

Zur Erinnerung: alle Bände dieser Reihe, egal über welchen Ort auch immer sind keine Reiseführer im klassischen Sinn. Unter den 111 Orten, die der Autor vorstellt finden wir sehr unterschiedliche Örtlichkeiten, die allesamt im weitesten Sinn mit dem Nationalsozialismus zu tun haben. Dazu gehören Gedenkstätten für die Opfer dieser Zeit genauso dazu wie Relikte des nationalsozialistischen Größenwahns. Oder auch Orte im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das Regime. Plus einiges mehr. Fazit: wir haben hier weder ein Buch, das Sensationshascherei pflegt noch gar einen Reiseführer von „Wallfahrtsstätten für Unbelehrbare“.

Die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“

München hat sich im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus leider nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Vieles begann hier schon vor der Machtergreifung 1933: hier hatte Hitler bereits in den 20er Jahren seine Reden in den Bierkellern geschwungen. Viele zentrale staatliche Institutionen der Nationalsozialisten hatte hier später ihren Verwaltungssitz, inklusive der Parteizentrale für das gesamte Reich. Dazu kamen die „Wallfahrtstätten“ für die sog. Blutzeugen, sprich die „Toten der Bewegung“ aufgrund des Hitlerputsches 1923, am Odeonsplatz und bald auch am Königsplatz, gleichzeitig auch Stätten für entsprechende Feiern und Aufmärsche…

…man tat sich danach nicht leicht

München hat sich nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs lange Zeit schwer damit getan, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Nazikultstätten wie die Ehrentempel am Königsplatz wurden zwar beseitigt. Es gab im Lauf der Zeit dann auch einige kleinere Gedenkstätten. Aber es fiel schon schwer, sich einzugestehen, dass gerade München mit eine sehr zentrale Rolle während dieser Jahre gespielt hat. Diese Zeiten sind allerdings mittlerweile definitiv vorbei. Dies zeigt sich sowohl im Stadtbild als auch allgemein in der Art und Weise, wie man mit diesem Stück Geschichte in der Stadt  heute umgeht. Vielerorts gibt es Veranstaltungen, die sich im weitesten Sinn mit dieser unrühmlichen Geschichtsepoche auseinandersetzen. Auch in den Medien und den Zeitungen wird das Thema mittlerweile offen angegangen. Weiter kamen auch zahlreiche Bücher über die Rolle Münchens im Nationalsozialismus auf den Markt.

…auf den Spuren den Nazi-Zeit

Einen weiteren Band der beliebten und allgegenwärtigen Buchreihe aus dem emons Verlag gibt es nun, eben zu diesem recht unangenehmen Thema. Wer die Buchreihe kennt, der weiß, dass wir hier keine Bücher über Touristenhighlights vor uns haben. Es kommen hier immer auch traurige und unrühmliche Themen zur Sprache. Insoweit halte ich es persönlich sogar für sehr passend, dass es ausgerechnet zu diesem Aspekt im Zusammenhang mit meiner Wahlheimat München nun ein Buch aus dieser Reihe gibt. Dabei liefert der Band ein ganzes Bild über diese Zeit, d.h. die Gräueltaten der Nazis werden nicht verharmlost. Man erfährt einiges über jene Leute, die während dieser Zeit vom Regime profitiert haben, wie etwa eine ganze Reihe Industrieller – und genauso über diejenigen, die während dieser Zeit das Nachsehen hatten, wie z.B. zahlreiche Künstler. Auch von den Gegnern des Regimes und den Widerstandskämpfern – auch diese Leute gab es in München – kann der Leser einiges erfahren. Schließlich und endlich auch von einigen Kuriositäten am Rande des eigentlichen Themas…

Der Aufbau des Buches…

…folgt demselben System wie bei den übrigen Bänden der Reihe. Links der informative Text, rechts eine Bildseite, mit einer Beschreibung immer nach dem Schema: was war damals, und was finden wir heute an genau der Stelle, an der anno dazumal Geschichte geschrieben wurde…

Fazit

Ich möchte das Buch einem breiten Publikum ans Herz legen. Ich selbst habe mich aus persönlichem Interesse bereits viel mit diesem Thema beschäftigt und konnte noch sehr viel zu diesem Kapitel dazulernen.

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