Balanceakte - 200 Jahre Radfahren - 24notes
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Balanceakte – 200 Jahre Radfahren

Eine Ausstellung im Verkehrszentrum des Deutschen Museums

Balanceakte – 200 Jahre Radfahren

Balanceakte 200 Jahre Radfahren – so nennt sich eine Sonderausstellung, die zurzeit im Verkehrszentrum des Deutschen Museum München läuft. Eine Ausstellung rund um das Fahrrad. Einem rundum umweltfreundlichen und gesunden Verkehrsmittel. Schon wer nur einige Minuten in die Ausstellung „hineinschnuppert“ merkt, dass das Fahrrad trotz aller Motorisierung nicht abgedankt hat und dass dies wohl auch so bleiben wird. Das Fahrrad ist also nicht totzukriegen. Diese Sonderausstellung…

…geht nun bis 4.November 2018 in die Verlängerung

Beim Fußball, so wissen wir, kann es so etwas bei einer Pattsituation geben. In diesem Fall aber sieht es anders aus: die Ausstellung selbst wie auch ihr Themenobjekt sind Dauerbrenner: das Fahrrad und das Radfahren in all seinen Ausprägungen.

Fangen wir also mal an mit der Geschichte des Verkehrsmittels Fahrrad. In der Ausstellung findet man alle möglichen Objekte welche die Bezeichnung Fahrrad verdienen, oder irgendwann einmal verdient haben. Angefangen hat alles mit den Laufrädern, die noch keine Pedale hatten und mit denen man sich durch einfaches Anschubsen fortbewegte. Später kamen dann Treträder, und bald auch die legendären Hochräder, von denen es als alsbald auch böse Stürze gab und die man heute noch hier und da bei Zirkusvorstellungen sieht. Die Entwicklung wird weiterverfolgt über Gebrauchs- und Sportfahrräder bis zu den neusten Entwicklungen auf dem Gebiet der elektrischen Fahrräder.

…das Radfahren in allen seinen Facetten

Radfahren hat viele Gesichter. Lange war es Standardmittel zur Fortbewegung von A nach B, bis es irgendwann vom Auto verdrängt wurde. Schon relativ früh wurde das Radfahren auch für viele zu einem Freizeitvergnügen…und zu einer neuen Sportart. Während der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts machte man den Sonntagsausflug mit dem Fahrrad. Sowohl die berühmten Sechstagerennen und die Tour de France sind längst so legendär, dass man allein über diese Spezialthemen eigene Ausstellungen machen könnte. Hoch lebe er also, der Radsport.

… ein Hoch auf das Fahrrad

Auch wenn über lange der Zeit der Autoverkehr immer mehr zunahm, zu einer vom Aussterben bedrohten Artenspezies wurde das Fahrrad nie. Im Gegenteil, es feiert mancherorts regelrecht ein Comeback. In die aktuellen Trends von Nachhaltigkeit und Umweltschutz passt das Radfahren bestens hinein. Nur einer von mehreren Gründen dafür, dass vor allem bei der jüngeren Generation das Fahrradfahren wieder recht populär ist.

In vielen europäischen Städten wurde und wird deshalb viel für die Radfahrer getan und die Ausstellung geht auf einige Beispiele auch ausführlich ein. Das Ende dieser Entwicklung ist  – erfreulicherweise – noch nicht abzusehen.

Und wie sieht es in München aus?

Mein Eindruck war, dass in München schon einiges getan wurde und wir hier auf dem besten Wege sind, das Machbare umzusetzen. Dies konnte ich nicht nur in der Ausstellung, sondern auch in der Praxis selbst erleben: so wurden jetzt vor kurzem am Anfang der Schleißheimer Straße Fahrradstreifen geschaffen, was wegen der Verkehrsverhältnisse wirklich dringend notwendig war. Schon der vorherige Oberbürgermeister Christian Ude hat sich die „Radlhauptstadt München“ auf die Fahne geschrieben.

Meiner Ansicht nach lohnt es sich auch, München für den Fahrradverkehr weiter auszubauen. Die Stadtfläche ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl relativ klein, sprich die Kilometerentfernungen von A nach B sind nicht so weit, als dass sie nicht mit dem Fahrrad zu bewältigen sind. Weiter ist das Münchener Stadtgebiet weitgehend flach, so dass der Radfahrer hier nicht allzu viele Steigungen zu bewältigen hat. Andererseits sind die Autostaus zur Rushhour berüchtigt. Sprich: es können hier viele dazu bewegt werden, aufs Fahrrad umzusteigen, ans Ziel kommt man zwar nicht so schnell wie mit der U-Bahn, aber definitiv schneller als mit dem Auto.

In vielen anderen Städten sind die Bedingungen für die Radler wesentlich schwieriger. Berlin und Hamburg zum Beispiel haben eine sehr viel weitere Flächenausdehnung. In den Straßen Stuttgarts oder auch Dresdens zum Beispiel geht es ordentlich bergauf und bergab, was das Fortkommen mit dem Fahrrad nicht unbedingt erleichtert.

Keine Lehrstunde, sondern überaus unterhaltsam

Die Ausstellung „Balanceakt“ ist keine strenge Lehrstunde, sondern allem voran interessant und zugleich unterhaltsam. Zu sehen gibt es dort wirklich alle möglichen und unmöglichen Fahrräder, Uraltmodelle, die man heute bestenfalls im Museum oder im Zirkus sieht, Fahrräder mit Hilfsmotoren aller Art, die verrücktesten Sporträder, bis hin zu ausgefallenen Design-Fahrrädern, die sich nur ein dicker Geldbeutel leisten kann. Und gleich am Anfang der Ausstellung ein Nachbau einer alten Reparaturwerkstatt für Fahrräder.

Dazu viele Informationen rund um das Fahrrad, Kuriositäten inklusive. Wer hätte zum Beispiel gewusst, dass man zum Führen eines Fahrrads eine Zeit lang tatsächlich einen Führerschein brauchte? Oder dass Tachometer für das Fahrrad doch schon ein ziemlich alter Zopf sind?

Die Ausstellung ist mit 1000 qm recht groß. Zeit sollte man schon mitbringen, ich würde sagen 2 Stunden auf jeden Fall. Auch kleinere Kinder dürften hier ihren Spaß haben.

Bis zum 4.November 2018 ist noch Zeit dafür.

Deutsches Museum Verkehrszentrum

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Geri ist leidenschaftlicher Fotograf mit einem intensiven Blick für verborgene Details. Er arbeitet ausschließlich digital und zeigt seine Arbeiten u.a. auch bei 24notes.

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