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Kulturtipp

VERTIGO

Schwindelerregende Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart

VERTIGO

Vertigo – so lautet der Titel (wie der Film von Alfred Hitchcock) einer Ausstellung die derzeit im Kunstmuseum Stuttgart gezeigt wird. Wer zur Zeit in Stuttgart durch die Fußgängerzone geht, der übersieht es wohl kaum…

Kunst oder bloße Spielerei?

Vornehmlich abstrakte Kunst haben wir hier, die unterschiedlichsten Spielarten optischer Täuschungen in Form von Bildern, Skulpturen, zum Teil begehbaren Installationen etc. Wie der Titel der Ausstellung richtig vermuten lässt wird hier nicht nur das Auge des Besuchers in Bann gezogen. Tatsächlich kann dem ein oder anderen Besucher beim Ansehen einzelner Werke etwas schwindlig werden. Aufgekommen ist diese Art von Kunst vornehmlich in den 50ern und 60ern des vergangenen Jahrhunderts und wurde im weiteren Zeitverlauf kurz Op Art genannt. Oftmals wurde diese Kunst als Spielerei abgetan. Also wäre dies nicht eher eine Sache für den Cannstatter Wasen oder für das Münchner Oktoberfest? Gehört denn so etwas wirklich in ein Kunstmuseum?

UND OP! (zum ersten)

Vieles was es hier zu sehen gibt fällt unter den Oberbegriff „Op Art“. Wer sich mit Kunst etwas auskennt, dem fällt dazu vor allem der Name eines Künstlers ein: Viktor Vasarely – und selbstverständlich ist der auch mit einigen Werken hier in der Ausstellung vertreten. Aber damit ist noch lange nicht genug. Spiegelungen, 3D-Effekte, Lichtkunst, kinetische Kunst…vielleicht haben wir hier sogar eines der vielseitigsten Kunstgenres. Die Britin Bridget Riley und der Amerikaner Richard Anuzskiewicz sind weitere noch relativ bekannte Künstler von denen Werke in der Ausstellung zu finden sind. In den Kunsttempeln war die Op Art nach ihrem Aufkommen kurzlebig. Etwa weil sie doch eigentlich gar keine Kunst ist?  Oder eine der vielen Eintagsfliegen im Kunstbetrieb um die sich das Publikum keinen Pfennig schert?

UND OP! (zum zweiten)

Die Künstler und auch das Publikum fanden es wohl eher zu schade, dass diese Art von Kunst ein Schattendasein in den Museen und Galerien führten. Hier wurde aus Kunst Design! Die Modeschöpfer bedienten sich ihrer genauso wie die Tapetendesigner und die Raumgestalter. Kurz: sie war (in den späten 60ern und 70ern am allermeisten!) und ist auch noch allgegenwärtig in unserem Alltag. Ob im modern ausgestatteten Konferenzraum oder abends beim Abtanzen im Club – auch der Stroboskopeffekt hat seine Wurzeln letztlich in der Welt der Kunst. Also schnöder Alltag und nicht mehr. Ist diese Kunstform also nicht interessant genug, dass sie in den Kunsttempeln gezeigt wird?

UND OP! (zum dritten)

Ausstellungen mit dieser Art von Kunst gab es in jüngerer Vergangenheit wiederholt. So zeigte vergangenen Winter das Städel Museum in Frankfurt eine Ausstellung speziell zu Viktor Vasarely, dem wohl bekanntesten Künstler dieses Genres. Gleichfalls hat das Pariser „Centre Pompidou“ vergangenes Jahr dem Vater der Op Art eine Ausstellung gewidmet. Auch in München gab es im Jahr 2018 in der Kunsthalle eine im weitesten Sinn vergleichbare Ausstellung mit dem Titel „Lust der Täuschung“. Nun ist mit „Vertigo“ also Stuttgart an der Reihe, nachdem die Ausstellung zuvor im mumok in Wien gezeigt wurde, welches die Ausstellung auch mitentwickelt hat. Allein daraus wage ich persönlich zu schließen: die Op Art erlebt gerade eine Renaissance in den Kunsttempeln – diese Behauptung erlaube ich mir auch ohne dass ich die genauen Besucherstatistiken aller Veranstaltungsorte kenne.

…für die ganze Familie

Hintergrundwissen brauchen wir für diese Ausstellung nicht. Kenntnisse in den Disziplinen Geometrie, Physik oder Wahrnehmungspsychologie sind hier sicher bereichernd, man braucht sie aber keineswegs um die Kunstwerke zu verstehen. Auch wenn wir hier Kunst vor uns haben: der Besuch der Ausstellung ist sicher nicht nur lehrreich, sondern durchaus auch unterhaltsam. Auch Kindern macht der Besuch der Ausstellung sicher Spaß – und auch lernen kann man dabei einiges. Es gibt hier ein Mitmachlabor – und ein umfangreiches Begleitprogramm. Nähere Informationen hierzu auf der Internetseite des Kunstmuseum Stuttgart.

 

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WoWieWas?

Die Ausstellung findet statt im Kunstmuseum Stuttgart direkt am Stuttgarter Schlossplatz. Für alle die nicht ortskundig sind: von Stuttgart Hauptbahnhof kommt man in ca. 10 Minuten problemlos zu Fuß hin. Über die weiteren Anreisemöglichkeiten siehe ebenfalls die Website.

Bis zum 19.April 2020 ist noch Zeit für den Besuch

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