Johann Sebastian Bach - 24notes
19910
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Musiktipp

Johann Sebastian Bach

Víkingur Ólafsson, Klavier

Johann Sebastian Bach

Vor einiger Zeit habe ich ein Album von Víkingur Ólafsson mit Stücken von Philipp Glass vorgestellt. Vom gleichen Interpreten gibt es ein Album, auf dem dieser ganz unterschiedliche Klavierstücke von Johann Sebastian Bach eingespielt hat. Dabei handelt es sich zum Teil Musik, die Bach in der Originalversion für Klavier komponiert hat (zu Lebzeiten des Komponisten gab es bereits Hammerklaviere), teilweise aber auch Transkriptionen anderer Musikstücke, etwa Orgelstücke oder Kammermusik.

Also wieder eines dieser vielen Alben mit einer Auswahl von Musik des großen Johann Sebastian Bach…davon gibt es doch eigentlich schon eine ganze Menge. Gespielt auf einem Flügel. Einen Flügel, das gab es doch in der Zeit von Johann Sebastian Bach noch gar nicht? Oder etwa doch? Ich finde sogar, das können wir ganz dahingestellt lassen. Auf jeden Fall darf man diese Musik auf einem Flügel spielen. Sehr vieles von der sog. „Alten Musik“ wird in der heutigen Zeit nicht mehr auf Originalinstrumenten gespielt – das ist eher sogar die Ausnahme.

Die Interpretation des Víkingur Ólafsson

Viele halten die Musik von Johann Sebastian Bach (im Folgenden „Bach“)  für streng und spröde. Tatsächlich spielt bei diesem Komponisten die Lehre des Kontrapunkts eine wichtige Rolle. Dadurch entstand auch sehr viel Musik, bei der musikalische Raffinesse, aber auch Strenge im Mittelpunkt steht, so in etwa beim „Wohltemperierten Klavier“, aber auch bei Spätwerken wie etwa „Die Kunst der Fuge“.

Interpretation offen

Was die Interpretation angeht jedoch hat der Komponist das meiste offen gelassen. Das hat dazu geführt, dass Puristen einfach stur ohne besonderen Ausdruck das nachgespielt haben, was auf den Notenblättern stand. Andere wiederum aber nicht, und Víkingur Ólafsson ist einer von ihnen. Allem voran setzt er bei vielen der Stücke die volle Bandbreite der Dynamik des Flügels ein. Genau das erzeugt Emotionalität. Genau das ist mir bereits aufgefallen, als ich mir diese Aufnahme zum ersten Mal angehört habe.

(Der) Bach quer durch den Gemüsegarten

Bei der Auswahl der Stücke begeben wir uns auf einen Gang quer durch den Gemüsegarten des Johann Sebastian Bach. Da haben wir Präludien und Fugen aus dem Wohltemperierten Klavier genauso wie Transkriptionen von Choralvorspielen für Orgel, auch Transkriptionen von Bachwerken anderer Komponisten. Plus einiges mehr. Völlig legitim, denn auch wer sich nur oberflächlich mit dem Meister auseinandergesetzt hat, der weiß, dass er genau dies auch selbst getan hat, mit Werken anderer und auch mit seiner eigenen Musik. Nach dem Hören des gesamten Albums weiß man, wie vielseitig dieser große deutsche Barockmeister denn tatsächlich war. Wohl mancher Zuhörer wird von seiner vorurteilsbelasteten Meinung abrücken, dass Bach (fast) nur „Rechenschiebermusik“ geschaffen hat.

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Fazit

Für Klassikliebhaber ohnehin ein Muss. Ebenso für alle, denen auch das Philip Glass Album mit Víkingur Ólafsson gefallen hat. Ich persönlich meine, das Album könnte auch dem ein oder anderen gefallen, der eher Filmmusik oder Jazz als Klassik hört. Alles in allem ein Album für eine breite Zuhörerschaft. Vielleicht sogar für Leute, die bisher noch nie mit Bach oder gar allgemein mit klassischer Musik zu tun gehabt haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass da der ein oder andere auf den Geschmack kommt und auch solche Musik schätzen lernt.

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